Mein Leben als Freiwillige
Jetzt, wo ich schon drei Monate in Terezín arbeite, schreibe ich endlich mal, wie es mir geht. In einem Wort: Super. Ich fühle mich unglaublich wohl hier, die Arbeit macht Spaß und ich komme mit allen Leuten sehr gut aus.
Ich war ja im Juli schon mal für zwei Wochen hier bei meinen Vorgängern Hendrik und Johannes und habe mir das Ganze mal angesehen. Das meiste Wissen, das ich jetzt hier benutze, habe ich mir bereits zu dieser Zeit angelesen. Von daher war ich eigentlich bei meiner Ankunft hier ziemlich entspannt und habe mir nicht allzu große Gedanken gemacht, was auf mich zu kommen könnte. Das Einzige, was mich nervös machte, war mein zukünftiger Mitbewohner Till. Wir hatten uns zwar zuvor schon ein paar E-Mails geschrieben, aber das sagt ja n0ch gar nichts aus..
Nach zehn Tagen Seminar in Hirschluch und weiteren zehn Tagen in Prag saß ich also endlcih im Bus nach Litoměřce (sprich: ‘Litomjerschitze), meinem zukünftigen Wohnort, wo Till mich vom Busbahnhof abholen sollte. Er war auch da und half mir auch mit den 60 Kilo Gepäck, die ich mit mir herumschleppte. Er ist sehr nett und wir kommen gut miteinander aus. Es wäre auch schlimm, wenn das nicht so wäre, denn schließlich haben wir eine gemeinsame Wohnung und ein gemeinsames Büro. Wenn man sich da nicht leiden kann, dann hat man es schwer. Aber zum Glück haben wir das Problem ja nicht.
Das Praktikum im Juni hat sich direkt ausgezahlt, denn am Morgen nach meiner Ankunft musste ich shcon meine erste Führung geben, zweieinhlab Stunden lang. Da hab ich bestimmt einigen Mist erzählt….
Jetzt erst mal ganz allgemein zu meiner Arbeit hier: Unsere Aufgabe ist die Betreuung von deutschsprachigen Gruppen in Theresienstadt. Das heißt zum Einen, dass wir bei vorheriger Anmeldung Tagesgruppen durch das Ghetto führen. Deutlich spannender ist allerdings die Arbeit mit Mehrtagesgruppen. Das sind meist Schulklassen oder andere Schülergruppen, die hier in der Gedenkstätte übernachten und sich sehr intensiv mit dem Thema auseinandersetzen